Eine legendäre Gestalt der Philosophiegeschichte ist der Kyniker Apuleios. Seine genauen Lebensdaten sind unbekannt, aber die meisten Berichte über ihn lassen darauf schließen, dass er um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. in Pergamon lebte und wirkte. Wie alle Kyniker, vorweg der bekannteste unter ihnen, Diogenes von Sinope, hinterließ Apuleios keine schriftlichen Aufzeichnungen. Allerdings wurden über die Jahrhunderte zahllose Aussprüche von ihm überliefert. Die Academia Cucurbita hat diesen Überlieferungsschatz gesammelt, gesichtet und kritisch bewertet. So konnte vor einigen Jahren eine erste Sammlung authentischer Spruchweisheiten des Meisters vorgelegt werden. Auszüge daraus drucken wir weiter unten ab. Die philosophischen Interessen des Apuleios kreisen um die verschiedensten Themen. Namhafte Gelehrte haben jedoch nachweisen können, dass sein Denken die französischen Moralisten wohl stärker beeinflusst hat, als bisher bekannt war. Gleich ihnen beobachtete, beschrieb und deutete Apuleios die Handlungsweisen seiner Mitmenschen mit spitzer Feder. Berichtet wird auch, der Philosoph habe ein Faible für die Erforschung der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) gehabt. Die Academia Cucurbita lobt daher zum Gedenken an den heute fast vergessenen Autor den internationalen Apuleios-Preis für Ätzende Aphoristik aus. Möge der Wettstreit um den treffendsten Sinnspruch den Bürgern des Römischen Imperiums Gelegenheit geben, neben den Klingen auch einmal die Federn zu kreuzen. Die drei Hauptpreise, über deren Dotierung derzeit noch beraten wird, werden Ende September durch eine international besetzte Jury vergeben.
Einige Aussprüche des Apuleios Die beste Lösung für ein Problem wird der finden, der zuvor möglichst viele Irrtümer begeht. Dass der Mensch von Grunde auf schlecht sei, ist eine beliebte Lehre. Vorgebracht wird sie allerdings fast immer von den niederträchtigsten Exemplaren der Gattung. Man hüte sich vor denen, die als besonders tugendhaft gelten. Sie begehen ihre Schändlichkeiten meist im Verborgenen. Täten die Menschen alles um der Lust willen, wären ihre Vergnügungen kaum so niedrig, wie sie es doch meist sind. Wer seine Besitztümer mehrt, der mehrt nicht nur die Zahl seiner Sorgen und seiner Feinde, sondern auch die Menge seiner Narrheiten. Der Hase ist in vielem ein Bote des [...] (leider unleserlich)
„Effugisti vitia animi; non est tibi frons ficta, nec in alienam voluntatem sermo compositus, nec cor involutum, nec avaritia, quae, quicquid omnibus abstulit, sibi ipsi neget, nec luxuria pecuniam turpiter perdens, quam turpius reparet, nec ambitio, quae te ad dignitatem nisi per indigna non ducet: nihil adhuc consecutus es; multa effugisti, te nondum.“ „Du bist den Fehltritten des Geistes entflohen: deine Miene ist nicht verstellt, deine Rede ist nicht nach fremdem Willen geheuchelt und das Herz ist nicht von Dunkel verhüllt durch Habgier, welche, was auch immer sie allen weggenommen hat, sich selbst missgönnt, noch voll Verschwendungssucht, die das Vermögen sehr schändlich vergeudet, um es noch schändlicher wieder hereinzubringen, du hast keinen Ehrgeiz, der dich nicht zu Ansehen bringt, außer durch Unwürdiges (Verhalten): du hast noch immer nichts erreicht, hast vieles gemieden, dich selbst noch nicht.“ – Seneca: Naturales quaestiones, Liber primus, Praefatio, §6 meinste du sowas Hijaak (Der Einzelne)?
Gegen treffend gewählte Zitate bekannter Autoren ist aus Sicht des Veranstalters nichts einzuwenden. Mögen sie Geist und Stil der einzureichenden Preisschriften befruchten! Der Internationale Apuleios-Preis für Ätzende Aphoristik kann freilich nur an Verfasser von Originalarbeiten vergeben werden. Eingereichte Texte werden daher von dem uns verbundenen Gelehrtenkreis PumpkinPlag geprüft.
Hier! Ich! Ich! Ich hab auch einen!!!! An alle Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. Wenn die die rein wollen, die die raus wollen nicht raus lassen, können die die raus wollen die die rein wollen nicht rein lassen!
Man hüte sich vor denen, die ihre Macht nicht teilen wollen, denn sie sind von geringem Selbstbewustsein und deshalb gefährlich. Sie entscheiden und handeln nicht nach logischen Aspekten, sondern aus Schwäche. (ClaudiusXI anno 2013)
Die mir geben, umwedle ich; die mir nichts geben, belle ich an; die Bösen beiße ich von Diogenes von Sinope
Ein Herz, welches zu viele Narben der Enttäuschung mit sich trägt, schlägt selten im Takt der Vergebung. Attika anno 2013
Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf gemeinsam über das Abendessen abstimmen. Leider nicht von mir
Der Glaube an eine übernatürliche Quelle des Bösen ist unnötig. Der Mensch allein ist zu jeder möglichen Art des Bösen fähig. — Joseph Conrad